Die Transaktions-Analyse (TA)

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Die Transaktions-Analyse – die 3 Ebenen und was sie bedeutenDie 3 Ebenen der Transaktions-Analyse als schematische Darstellung

Die „Transaktions Analyse“ ist ein weiteres Kommunikationsmodell das auf Siegmund Freud’s Ideen zurückgeht. In den 1960er Jahren wurde es von Eric Berne und Thomas A. Harris publiziert und hat den Vorteil, dass es für jedermann verständlich und zugänglich ist.

Die Basis dieses Modells ist die ‚Aufteilung‘ der Persönlichkeit in drei verschiedene Anteile, hier bezeichnet als das Eltern-Ich, das Erwachsenen-Ich und das Kindheits-Ich. Wir agieren auf allen dieser drei Ebenen bei der Interaktion mit anderen.

Das Eltern-Ich (EL): Hier finden wir ‚erlernte‘ Werte wie  Normen, Regeln und Verbote (Grenzen setzen), sozusagen der autoritäre Anteil der Persönlichkeit. Auch Ermutigung, Schutz (beschützen) sowie Drohungen und Ermahnungen werden diesem Anteil zugeschrieben. Klassische Worte aus dem Eltern-Ich heraus sind: immer, nie, wenn ich du wäre …

Das Erwachsenen-Ich (ER): Auf dieser Ebene finden wir das überlegte kontrollierte Handeln, die Vernunft, Objektivität und die Reflexion. Wir untersuchen, informieren uns, testen und entscheiden. Worte: wo, wie, warum, ich denke …

Das Kindheits-Ich (K): Handeln aus diesem Anteil ist Impulsiv und Spontan auch rebellisch. Freude, Enttäuschung und Wut sind Merkmale die erkennen lassen, aus welchem Anteil heraus gehandelt wird. Worte: klasse, super, toll, mir egal und ich will…

Das Script des Lebens

Hier möchte ich etwas tiefer gehen. Wir legen in früher Kindheit ein ‚Script‚ an, in der Regel ist dieses ‚Drehbuch‘ bis zum siebten Lebensjahr gefüllt, mit sogenannten Handlungsanweisungen (davon ausgehend, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt alle erdenklichen Emotionen erlebt haben). Wir tragen dieses Buch ständig in unserem ‚Inventar‘, schreiben es weiter oder um, je nach den erlebten Erfahrungen.

Ein Beispiel: Wir drehen die Zeit zurück und stellen uns vor, wir sind Supermarkt und möchten ein Eis. Bisher hat es immer funktioniert, wenn wir danach fragen, oder auch mal etwas Betteln. Diesmal hören wir ein NEIN. Unser Script ist fehlgeschlagen. Wir versuchen etwas Neues, wie z.B. traurig sein, oder sogar weinen, wir testen solange bis wir unser Eis bekommen und fügen dieses Verhalten unserem Script hinzu. Auch wenn wir das Eis nicht bekommen, haben wir etwas gelernt und erweitern unser Script.

Das Ziel dieser Analyse ist eine Kommunikation auf gleicher Ebene, auf Augenhöhe, z.B. der erwachsenen Ebene, wenn es um Sachthemen geht, oder auch ‚rumzualbern‘ und Blödsinn zu machen und sich im Kindheits-Ich auszutoben.

Ein Beispiel für ER-ER Ebene:“wann fahren wir morgen?“, „Um drei Uhr.“.

Stellen wir uns vor, wir werden von jemandem aus dem Eltern-Ich angesprochen und sind verletzt (emotional) und wir reagieren aus dem Kindheits-Ich heraus, dann kommt es in der Regel zu einem Konflikt. Die Kommunikation ist gestört.

EL-K: „Nie bist du pünktlich!“, K-EL: „Ich will jetzt nicht darüber reden!“

An dieser Stelle greift das ‚vier Seiten einer Nachricht Modell‘ (was sage ich und wie meine ich es). Sind wir uns dieser Verhaltensmechanismen bewusst, haben wir die Möglichkeit, unser Gegenüber wieder ins ‚Boot‘ zu holen, ohne das es zu einer Eskalation kommen muss.

Aus den sich ergebenden Konflikten entstand eine Erweiterung des Modells mit drei ’neuen‘ Rollen. Bezeichnet mit Retter, Verfolger und Opfer. (R, V und O). Wir spielen diese Rollen gleich einem Theaterstück, nur sind wir uns in der Regel dessen nicht bewusst.

Hinweis: Diese Rollen sind nicht gleich zu setzen mit den drei Anteilen der Persönlichkeiten, wir können, je nach Situation alle drei Rollen gleichzeitig spielen.

Ein Beispiel für dieses ‚Rollenspiel‘ ist das Drama-Dreieck.

Eine Familie sitzt am Tisch (Vater, Mutter und Sohn), der Sohn kleckert.

Vater zum Sohn: „Benimm dich, oder du gehst auf dein Zimmer!“ (V), der Sohn schaut betroffen nach unten (O).

Mutter zum Vater: „Musst du gerade sagen, erinnere dich an letzten Samstag, hack nicht immer auf dem Jungen rum!“(Retter gegenüber dem Sohn und Verfolger des Vaters). Der Vater räuspert sich und schweigt (O).

Sohn zur Mutter: „Vater hat es sicher nicht so gemeint.“ (Retter des Vaters)

Mutter zum Sohn später, nachdem Vater nicht mehr zuhört: „Dir werde ich noch mal helfen, du fällst mir ja nur in den Rücken.“ (Verfolgt den Sohn)

Gespräche wie dieses lassen sich überall beobachten, wo Menschen zusammenkommen, im Freundeskreis, in der Familie und am Arbeitsplatz. Bei mehr als drei beteiligten Personen wird dieses Modell äußerst schwierig in der Anwendung, da der Rollenwechsel sehr schnell passiert und die Übersichtlichkeit verloren geht. Es ist aber grundsätzlich sehr hilfreich zum Verständnis der Mechanismen in der zwischenmenschlichen Kommunikation.

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