Kommunikation im Web 2.0

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Kommunikation im Web 2.0

Wörterwolke zum Thema "Social Media"

Von den sozialen Netzwerken wird gerade in letzter Zeit sehr viel geredet. Kritiker gibt es haufenweise und sie tun das, was sie am besten können, eben kritisieren. Oft habe ich aber das Gefühl, dass die wenigsten wirklich daran teilnehmen und gar nicht wissen, worüber sie sprechen.

Es wird verteufelt, was das Zeug hält. Es werden Begriffe durcheinandergeworfen und Onlinesucht wird plakativ für alles verwendet, was mit dem Internet zu tun hat. Viele der Aussagen sind nahe dem, was damals bei der Einführung des Buchdrucks gesagt wurde. Neues macht uns immer Angst, könnte man sagen.

Ich will nicht bestreiten, dass es auch Gefahren gibt. Wie bei allem im Leben kann ein Zuviel von etwas, auch Netzaktivität schädlich sein. Selbstverantwortung bzw. Medienkompetenz ist hier gefragt. Darin sehe ich die Hauptaufgabe unseres Bildungssystems und der Elterngeneration. Dazu gehört aber, dass die Beteiligten wissen, um was es geht und wie das funktioniert.

Alter hat nichts mit Lebensjahren zu tun, sondern ist Kopfsache.

Die Generationenfrage wird beim Thema Internet gerne gestellt und es gibt tatsächlich eine Unterscheidung zwischen den ‚Digital-Natives‘ und ‚Imigrants‘. Diejenigen aber, die ihr Alter als Ausrede für die ‚Netzfaulheit‘ oder ihr Desinteresse bemühen, sind in Wirklichkeit unflexibel und werden ihrer Verantwortung nicht gerecht. Neuem gegenüber aufgeschlossen zu sein, ist eine Lebenseinstellung und keine Frage des Alters.

Chatsprache –  „roflmao“ sagt doch alles.

Dazu passt eine kleine Beobachtung. Vor Kurzem stand ich an der Supermarktkasse und 3 Jugendliche unterhielten sich. Da sagte einer von ihnen „lol“ und ich bin mir ziemlich sicher, nur wenige von den Leuten, die in der Schlange standen, wussten, was das bedeutet. Das ist auch gar nicht weiter schlimm, es zeigt aber, dass sich die Sprache der netzaffinen Generation verändert und sich die Kluft zu den Netzverweigerern vergrößert.

Besonders deutlich wird dies, wenn man sich in den Universen der Onlinegamer umsieht. Hier ist die Sprache beherrscht von Abkürzungen. Das Gleiche gilt auch für die Chatrooms und das versenden von SMS. Ganze Sätze werden kaum verwendet, warum auch, erstens dauert das Tippen zu lange und jeder, der sich dieser Technik bedient, kennt zumindest die gebräuchlichsten Kurzformen. Man ist schließlich unter sich.

Bloggeretikette und Verhaltenskodex

Heute gehört es fast zum guten Ton eines Unternehmens, neben seiner eigentlichen Webpräsenz und dem Facebook-Account, einen thematisch ähnlich gelagerten Blog zu betreiben. Der in erster Linie eines soll, die Kunden erreichen und binden. Social Media ist in aller Munde und ein alltägliches Werkzeug der Werbetreibenden. Hier wird die Etikette hochgehalten und Worte mit bedacht gewählt. Das macht auch Sinn, denn manche Unternehmen können ein Lied davon singen, über die einmal ein „Shitstorm“ hereingebrochen ist. Schöne Beispiele hierfür waren das PR-Desaster des WWF und der tolle Einfall von Schlecker „For You. Vor Ort.“

Jeder ist heute mit wenig Aufwand in der Lage, seinen eigenen Blog zu betreiben und das ist gut so. Vielfalt und Nischen, abseits des Mainstreams, machen das Leben Bunt, auch im Netz. Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis das auch die Politik verstanden hat. Von wenigen Ausnahmen mal abgesehen wirken Kommentare zu diesem Thema doch eher hölzern und ungelenk.

Sie oder Du?

Hier scheiden sich die Geister und auch ich habe so manchmal meine Probleme. Grundsätzlich würde ich sagen, ist es im geschäftlichen Bereich respektvoll das ‚Sie‘ zu benutzen. Das hängt aber auch davon ab, welche Dienstleistung oder welches Produkt angeboten wird. Junge Mode z.B. kann durchaus mit einem ‚Du‘ funktionieren. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Beim Bloggen ist i.d.R. ein Du immer gerne gesehen, schafft es doch eine Art von Nähe und Dazugehörigkeit. Wenn ich mich z.B. an eine Diskussion beteiligen möchte, schaue ich wie die anderen sich verhalten und passe mich an. Das ist meine Form der Höflichkeit – ich bin ein Gast.

Trollalarm

Kommunikation funktioniert im Netz im Prinzip genauso wie ‚Offline‘. Mit einem und sehr wichtigen Unterschied, der im Eisbergmodell beschriebene Teil der nonverbalen Kommunikation fällt weg.

In Foren führt das sehr häufig zu ausufernden Beleidigungen und Anfeindungen. Humor wird nicht verstanden oder fehlgedeutet. Die beteiligten Personen schaukeln sich auf und das eigentliche Thema gerät aus dem Blickfeld.

Auch die Forentrolle sollten hier Erwähnung finden. Die übrigens, sind auch der Grund dafür, dass ich seit einiger Zeit das Forum bei Spiegel-Online seltener besuche. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Trolle werden für das Torpedieren eines bestimmten Themas bezahlt. Wundern würde es mich nicht, schließlich bringen Neue Medien auch neue Geschäftsfelder hervor …

Bild von Gerd Altmann / PIXELIO

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